Nicht jede AI-Neuerung ist für euch relevant
Lesedauer 1:30Im ersten Teil ging es um das Tempo im Markt. Jetzt geht es um euren Filter.
Die meisten Unternehmen reagieren auf neue Tools in einem von zwei Mustern. Sie testen, was gerade sichtbar ist. Oder sie warten, bis andere vormachen, was funktioniert. Beides ist nachvollziehbar. Beides ersetzt aber keinen eigenen Filter.
Die entscheidende Frage lautet nämlich nicht, was eine Technologie kann.
Sie lautet: Berührt sie das, wovon wir leben?
Relevanz entsteht nicht im Tool, sondern im Geschäftsmodell. Dort, wo Wert entsteht, wo Kosten anfallen, wo eure Kunden abspringen und wo eure Mitarbeitenden Zeit verlieren.
Der Filter beginnt beim Geschäft, nicht bei der Technologie
Bevor ihr euch mit Anwendungsfällen beschäftigt, lohnen sich diese vier Fragen zum eigenen Betrieb:
· Womit verdienen wir heute Geld, und wie stabil ist das?
· Wo verlieren wir Geschwindigkeit oder Qualität?
· Wo arbeiten Menschen an Aufgaben, die sich jede Woche wiederholen?
· Welche Fähigkeiten brauchen wir in drei Jahren, die wir heute nicht haben?
Erst danach lohnt der Blick auf Technologien.
Dieser Unterschied ist aber grösser, als er klingt. Wer bei der Technologie beginnt, fragt: Wo könnten wir dieses Tool einsetzen? Wer beim Geschäft beginnt, fragt jedoch: Wo kostet uns etwas seit Jahren Marge, und gibt es dafür inzwischen eine bessere Antwort? Die erste Frage führt zu Piloten. Die zweite führt zu effektiven Entscheidungen.
Ein Filter dieser Art verhindert nicht nur (blinden) Aktionismus. Er gibt Investitionen einen Bezugspunkt, an dem sie sich messen lassen. Und er macht innerhalb der Geschäftsleitung diskutierbar, warum ein Thema Priorität hat und ein anderes nicht.
Denn nicht jede interessante AI-Anwendung passt zu jedem Unternehmen. Und nicht jeder Pilot verdient eine Fortsetzung!
Am Ende steht eine Liste dessen, was für euch zählt. Diese Liste allein entscheidet noch nichts. Sie zeigt aber, worüber ihr entscheiden müsst. Wie ihr daraus verbindliche Entscheidungen macht, ist Thema des dritten Teils.