Nichts tun ist auch eine Entscheidung

Im zweiten Teil ging es darum, was für euer Geschäft zählt. Jetzt geht es darum, daraus konkrete Konsequenzen abzuleiten.

Viele Unternehmen bewegen sich bei AI zwischen zwei Extremen: hektischer Aktionismus auf der einen Seite, stilles Abwarten auf der anderen. Beides kann richtig sein und beides kann teuer werden.

Nicht jedes Unternehmen muss sofort neue Tools einführen oder eine breite AI-Initiative starten. Aber jedes Unternehmen muss sich damit auseinandersetzen, wie AI sein Geschäftsmodell, seine Kunden, seine Kostenstruktur und die tägliche Arbeit im Unternehmen verändern könnte.

Nichts zu implementieren kann eine bewusste Entscheidung sein. Nichts zu klären und bewerten ist es nicht.

Drei Positionen, keine Grauzone

Für jedes Thema, das durch euren Filter gekommen ist, braucht es eine von drei Positionen:

1.       Hier handeln wir jetzt.

2.       Hier beobachten wir, und wir wissen, mit welchem Ziel.

3.       Hier tun wir bewusst nichts, und wir wissen, warum.

Die dritte Position ist die schwierigste. Sie hält nur, wenn klar ist, was sie «kippen» würde. Ein Wettbewerber, der seine Preise senkt, weil sein Serviceaufwand fällt. Ein Kunde, der plötzlich anders anfragt. Ein Lieferant, der seine technische Schnittstelle umbaut. Solche Auslöser müsst ihr vorher benennen, sonst bemerkt ihr die Veränderung erst, wenn sie sich in euren Zahlen niederschlägt.

Beobachten heisst deshalb nicht, Newsletter zu lesen. Es heisst, ein bis zwei Entwicklungen zu benennen, die euer Geschäft zuerst berühren, und festzulegen, was passieren muss, damit ihr handelt.

So wird aus Abwarten keine Verdrängung, sondern eine Position.

Dann bleibt allerdings eine Frage offen, und sie ist die unbequemste dieser ganzen Serie: Wer im Unternehmen führt diese Entscheidungen tatsächlich herbei, und wer trägt sie? Darum geht es im letzten Teil.

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