Ihr müsst bei AI nicht jeden Hype mitmachen
Lesedauer 1:30 MinutenJede Woche ein neues Modell, jeden Tag ein neues Tool. Dazu ein Wettbewerber, der auf LinkedIn seine neuste AI-Initiative feiert. In vielen Geschäftsleitungen wächst deshalb dieselbe Frage: Sind wir schnell genug?
Die ehrliche Antwort lautet meistens nein. Nur ist das selten das eigentliche Problem.
Denn passiert ist in den meisten Unternehmen ja durchaus etwas. Lizenzen wurden ausgerollt, in bestehenden Tools wurden AI-Module dazugebucht und irgendwo läuft ein Chatbot. 2025 setzen laut OECD 20% der Unternehmen AI ein, bei den grossen waren es 52%. Nutzung ist aber noch keine Wirkung. Zwischen einem Tool im Team, einem Piloten und einem Beitrag zum Endjahresresultat liegen Welten.
Rechnen lässt sich das auch nicht so einfach, wie man denkt. Gleiche Leistung wird laufend günstiger. Gleichzeitig kosten neue Modelle, Agents, Integrationen, Governance und Kontrolle mehr, als in den ersten Kalkulationen angenommen.
Nicht der Markt ist das Problem
Das Tempo da draussen könnt ihr ohnehin nicht beeinflussen. Zum Problem wird es erst, wenn jede Neuerung intern eine neue Diskussion auslöst. Brauchen wir Agents? Müssen wir das auch testen? Was macht der Wettbewerb? Wer auf jede Welle reagiert, verteilt Aufmerksamkeit und Budget auf viele kleine Bewegungen. Es entsteht Aktivität, aber keine Richtung.
Dazu kommt ein Missverhältnis, das oft übersehen wird. Technologie verändert sich in Wochen. Unternehmen nicht. Prozesse, Daten, Fähigkeiten und Verantwortung lassen sich nicht im Takt von Produktankündigungen umbauen, schon gar nicht, ohne den Menschen im Unternehmen die nötige Orientierung zu geben.
Bei AI geht es also nicht darum, mit dem Markt Schritt zu halten. Es geht darum, das eigene Geschäftsmodell rechtzeitig weiterzuentwickeln.
Dafür braucht ihr einen eigenen Filter. Woran erkennt ihr, was für euer Geschäft wirklich zählt und was ihr getrost auslassen könnt? Darum geht es im zweiten Teil.